Archiv für März 2011

Seid ihr bereit für Schlager?


Wir boxen dich zu Kartoffelbrei! […] Er kommt und er fickt dich. Er ist ein Sozialhilfeempfänger! […] Er ist bewaffnet, ein Schlitzer! […] Ahu!

Zitat der Woche

Nach der deutschen Risikostudie könne Kernschmelzunfälle nur einmal in 10.000 Reaktorbetriebsjahren vorkommen. Nur bei 1 % dieser Ereignisse (also einmal in 1 Million Reaktorbetriebsjahren) müsste dabei mit Todesfällen gerechnet werden. Das aus Kernschmelzunfällen resultierende Risiko ist also extrem klein.

(Kernenergie Basiswissen, Informationskreis Kernenergie, 1994)
Blöd zwar, dass der äußerst unwahrscheinliche Kernschmelzunfall in den letzten Jahren schon dreimal aufgetreten ist (einmal Tschernobyl, zweimal Fukushima). Damit aber ist statistisch das Soll erst mal erfüllt – in den nächsten Millionen Jahren sollte nichts mehr passieren.

Hier gefunden.

Pogon Stettin vs. Flota Swinemünde

Einen Tag vor dem Spitzenspiel der 3.Liga ging es über die Grenze zum Pommernderby zwischen Stettin und Swinemünde. Beide Szenen sind ja bekanntlich befreundet und trotzdem oder gerade deswegen wurde einiges geboten. Präsentierte die Heimkurve gleich 3 Aktionen (2x Blockfahne, 1x Kassenrollen+Fahnen), gaben die Gäste 2 mal ihre Tifo-Kunst zum Besten. Akkustisch waren die Stettiner auch gut aufgelegt und sangen sehr kontinuierlich. Die Gäste zumindest waren im ersten Durchgang sehr engagiert. Spielerisch waren zumeist die Blau-Weißen stärker, konnten in der zweiten Hälte allerdings nicht mehr ausreichend stark spielen, um das Ruder nochmal rumzureißen. Endstand 1:1.

Zum Ägypten-Aufstand 2011

Ohne Zweifel gibt es in der Protestbewegung etliche, die für ein oppositionelles Programm eintreten; die ein politisches Interesse verfolgen, um das herum sie eine Partei aufbauen wollen; und die unter dem Stichwort „Demokratie“ die Zulassung ihrer Sache durch die Staatsgewalt einfordern. Das gilt sicher für die Muslimbrüder, die von den Anwälten der Freiheit so argwöhnisch beobachtet und begutachtet werden wie früher die kommunistischen Parteien; die versprechen sich von freien Wahlen einigen Erfolg für ihr Reformprogramm. Andere wollen die herrschende Clique und deren Staatspartei durch eine eigene Organisation ablösen, um deren Funktion als Regisseur des staatlichen Zuteilungswesens selber zu übernehmen und selbstverständlich viel gerechter wahrzunehmen, und setzen dafür auf ihre Ermächtigung durch freie Wahlen.
[…]
Vor allem aber und ganz sicher fordern die meisten Demonstranten „Demokratie“, weil sie sich darunter überhaupt nichts anderes vorstellen als eine Herrschaft, die auf die Sorgen der Leute hört, Lebenschancen nicht verwehrt, sondern freigebig eröffnet und nicht jeden verprügelt oder einsperrt, der seiner Unzufriedenheit zu deutlich Luft macht. Mit der Realität von Demokratie und Marktwirtschaft hat diese Vorstellung nichts zu tun, mit der kapitalistischen Mangelwirtschaft Ägyptens und den Notwendigkeiten ihrer staatlichen Verwaltung auch nicht. „Demokratie“, der positive gemeinsame Nenner der Unzufriedenheit mit dem Mubarak-Staat, ist der Titel für den abstrakten Wunsch nach volksfreundlicher Herrschaft. Und das ist schlimm, weil schon damit feststeht, dass die Volksfreundlichkeit ein abstrakter Wunsch bleibt und die Herrschaft Realität.

Diesen und andere schlaue Texte sind hier zu lesen.

„Solo Ultra SGD“ gegründet

Wie man nicht zuletzt über die Top10-Anzeige von Blogsport erfahren kann, hat sich bei der Sportgemeinschaft in Dresden eine Teil der „Ultras Dynamo“ im letzten Herbst abgespalten. Gründe und Ausrichtung der neuen Gruppe „Solo Ultra SGD“ lassen sich auf ihrem Blog nachlesen. Erinnert etwas an die „Unique Rebels – Hansa Rostock“, die nicht weniger ambitioniert gestartet waren. Umso interessanter wird die Entwicklung, auch im Vergleich zu den Geschehnissen in Rostock, der SU SGD und der dresdner Fanszene sein.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Wenn es die einen bedauern in die Härte von Hartz IV zu rutschen und damit abhängig vom Gutdünken des Sozialstaats zu sein, machen die anderen einen Witz daraus. Oder auch eine ganz eigene Art von Stolz…

Nachtrag zur Fandemo

Noch mal etwas später als der ohnehin schon verspätete after changes habe ich heute einen Artikel von ihm zur Fandemo gefunden. Konkret geht es dabei um einen Text der Diablos, der sich mit dem zurückliegenden Marsch in Berlin befasst und sehr richtige Dinge sagt. Und doch teile ich den Schluss, nicht auf die Straße zu gehen, nicht, denn solange man eine große Masse an Angehörigen hat, kann man die Stärke dieser seiner Bewegung auch aufs Pflaster bringen und präsentieren, vor Ort intervenieren und für seine Zwecke agitieren.