Archiv für September 2012

Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn!

Neues aus dem Zirkus der Herrschaftsbestellung

Union Berlin-Amateure vs. 1.FC Magdeburg

Zum Auftakt des Wochenendes empfing die Zweite vom 1.FC Union die Kicker aus der Börde, die den Gastgeber zwar ab und an kommen ließen, ansonsten aber Dank grottenschlechter Abwehrleistung der Köpenicker einen ungefährdeten 3:0-Sieg mitnehmen konnten. Wie schon vor zwei Wochen lieferten die bis zu 800 Gästeanhänger eine sehr solide Sangesleistung und waren auch dauerhaft in Bewegung. Unter den fast 1400 Zuschauern fanden sich neben etlichen Unioner Ultras, die allerdings nur glotzten, auch einige Herren des BFC Dynamo, die nach gut einer halben Stunde erspäht und folglich unsaft nach draußen komplimentiert wurden. (mehr…)

Hertha BSC vs. Dynamo Dresden

Also dann ging es ins Olympiastadion. Wenige Minuten vor Anpfiff den Sektor M erreicht und gerade richtig zur Blockfahne der Dynamos. Beide Szenen können sich für diesen Abend durchaus auf die Schulter klopfen. Durchweg war die Stimmung und Bewegung auf gutem Niveau. Mit Ausnahme der ersten 30 Minuten in Durchgang Zwei muss allerdings der Lautstärkepunkt an die Hauptstädter gegeben werden, was angesichts von geschätzt 15000 Dresdner Fans doch ein wenig schade ist, aber so war es nunmal. Auf dem Rasen, wenn ich mal hingesehen habe, war zumeist die alte Dame stärker und kann zurecht den Dreier verbuchen. Nach Abpfiff gab es dann immerhin noch eins zwei Breslauer im Gästeblock. Gerüchteweise hatten einige Sachsen vor dem Kick ein paar Einlasskontrollen überrannt, aber genaues weiß man nicht. 45700 und ein paar Zerquetschte verfolgten den oder beteiligten sich am Spaß. Und Schluss. (mehr…)

Exkursion „Fußball in Berlin“

Den Anfang des Tages machte heute die Exkursion „Fußball in Berlin“, die von der Hellen Panke in Zusammenarbeit mit dem Fanprojekt Berlin organisiert wurde. Los ging es daher auch gleich im Haus der Fußballfankulturen, das sich im Jahn-Sportpark befindet. Von dort zog es die rund 30 Personen starke Busbesatzung nach Köpenick, wo es den längsten Vortrag des Tages zum Engagement der Fans im Verein gab. Vereinsvertreter berichteten aber auch von Unwegsamkeiten, die die Vereinbarkeit von fanfreundlichem Profifußball mit sich bringt. Nicht ausgespart wurde, dass der FCU unter anderem auch Neonazis im Stadion duldet, solange sie sich mit politischen Parolen zurückhalten, was allerdings ebenso für die Linken gelte. Nach dem anschließenden Mittag in der Vereinsgastronomie „Abseitsfalle“ ging die Tour nach Kreuzberg, wo den Teilnehmern die Entwicklung von Türkiyemspor und Probleme von Migrantenvereinen in Deutschland dargestellt wurden. Auf das Verhältnis des Vereins zum türkisch-kurdischen Konflikt befragt, da in dem Lokal mehrere Atatürk-Bilder hingen, gab es erstaunlicherweise die selbe Antwort, die es auch bei Union Berlin gab. Rechte, Linke, Schwule, Kurden, Türken dürfen alle mitmachen, solange es vordergründig um Sport geht. Und dann endlich war die letzte Station der Exkursion erreicht. In der Geschäftsstelle von Hertha BSC stellte der Historiker Daniel Koerfer sein Buch „Hertha unterm Hakenkreuz“ vor, das insbesondere zur Sozialstruktur des Verein vor dem Nationalsozialismus interessante Dinge ans Licht brachte. So war der Club, der erst nach dem Krieg ins Olympiastadion wechselte, historisch in Wedding verortet und hatte eine klassische Arbeiterklientel als Mitglieder und Publikum. Auf Grund schlechter Zeitplanung verließ ich aber mit zwei Weggefährten die Vorstellung etwas früher, da wir sonst den Anpfiff des Spiels Hertha BSC gegen die SG Dynamo Dresden verpasst hätten. Alles in allem eine sehr interessante Tagesveranstaltung, die in dieser Art auch sicher noch ein paar Mal stattfinden wird. (mehr…)

Im Archiv gekramt


1945 in Chicago. Ultras Dynamo, ein Historikerverein?
Gruß an Lupus Infabula!

Ulf und Zwulf on Tour


Dass sie Laufschuhe besitzen, sieht man ja nun schon…

Berliner AK vs. 1.FC Magdeburg

Heute gab es in Berlin gleich die nächste Begegnung in der Regionalliga Nordost. Auf dem Platz legte der 1.FC Magdeburg gleich gut los und konnte sodann auch in der 19.Minute einnetzen, ließ dann allerdings die Gastgeber kommen. Jenen gelang schließlich bald auch schon der Ausgleich. Obwohl man sich gegenseitig nicht mehr viel antat, kann den Berlinern mehr Tatendrang und bessere Torchancen attestiert werden. Im Poststadion waren heute 931 Zuschauer, von denen rund 600 den Anhaltinern die Daumen drückten. Die 10 Personen-Truppe vom BAK, die ab und an mal skandierte, hatte gegen die an die 200 Personen rund um die Blue Generation allerdings keinerlei Chance. Die sangen sehr geschlossen und kontinuierlich für ihr Team und wussten mich in der Tat sehr positiv zu überraschen. Haben schon ordentlich Alarm gemacht! Zusätzlichen Pluspunkt gibt es für die DDR-Fahne. (mehr…)

Union Berlin-Amateure vs. Carl Zeiss Jena

Am heutigen Abend trafen in der Regionalliga Nordost die Zweite vom 1.FC Union und der FCC aus Jena aufeinander. Vor rund 600 Zuschauern trennten sich beide Teams mit 1:0 nach Elfmeter für die Gäste, die ihrerseits von freundlich geschätzten 250 Fans im Gästeblock unterstützt wurden. Der organisierte Support ging dabei, wie sollte es auch anders sein, von dem an die 100 Personen großen Haufen um die HA aus, die zwar dauerhaft sangen und hier auch klar den Ton angaben, aber einschläfernd langweiliges Zeug von sich gaben. Auf Unioner Seite machten immer mal wieder ein paar Fußballprolls auf sich aufmerksam und grunzten vor sich hin.

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Vor 15 Jahren war Mitte noch wie Kreuzberg, bevor Kreuzberg wie Mitte wurde.

In den Neunzigern war Umbruch. Nach dem Fall der Mauer waren einstige Randbezirke zum Stadtzentrum geworden und auf beiden Seiten der ehemaligen Mauer hieß das, dass massenweise verfallene Altbaubestände saniert und Baulücken für teures Geld verkauft wurden. Bevor dieser Prozess, den Andrej Holm in manchen Stadtteilen als Hypergentrifizierung bezeichnet, allerdings Anfang der Nullziger im Groben abgeschlossen war, nutzten die diversen Sub- und Gegenkulturen der Stadt die noch für viele unattraktiven Kieze, um sich breit zu machen. Der Linienhof oder auch die Hausprojekte in der Brunnenstraße sind die letzten Zeugen der Hausbesetzerkultur und auch das selbst von Wowereit gelobte Tacheles ist längst zum Mainstreamobjekt geworden, dass seine Alternativaufmachung einer ganz anderen Zeit verdankt und diese heute nur noch aus Imagegründen pflegt. Bevor jedenfalls das heute als Mode-Dreieck zwischen dem S-Bahnhof Hackescher Markt und den U-Bahnhöfen Rosenthaler Platz und Rosa-Luxemburg-Platz bezeichnete Gebiet zu dem Touristen- und Modetreff wurde, das es heute ist, ging es da bisweilen auch heiß her. (mehr…)