Archiv für Dezember 2012

Ick wünsch euch wat!


Tralala, neues Jahr, viel Glück, dies das, ick wünsch euch wat.
2012. Weltuntergang ausgefallen. Stattdessen Zapatisten-Comeback. Pyro-Diskussion. Sicherheitsgipfel. Sicherheitspapier. Alles unsicher. Krieg auf den Traversen. Überwachungswahn. Tatsachenverdrehung. Fanproteste. Durchgewunken. Plötzliche Sachlichkeit. Hansaabstieg. Hansarettung. Hansaumschwung. Hansaaufbruch. Club der Chaoten. Jahrestage. Prawda. Wendezeit. Lichtenhagen. Scheißeiche. Eichenlaub. Kleinholz. Nervlinggauck. Freiheitsscheiße. Alles teuer. Energie. Kleene Leute von der Straße. Gazakrieg. Syrien. Islamistenrebellen. Bonn. Zwickau. Nazischweine. Dortmund. Aachen. Braunschweig. Verfassungsschutz. Feine Sahne Fischfilet. Durchdrehn. Gute Musik. KIZ. Berlin. Wolfgang Thierse. Schrippen. Pfannkuchen.
Ick wünsch euch wat!

„Ich verschwende keine Zeit auf Argumente.“


Die Bundespolizei ist anlässlich der Silvester-Feierlichkeiten zu freundlich und informiert in einer eigenen Broschüre nochmals zum Thema Pyrotechnik. Und gekonnt werden die harten Argumente gleich mit dem Cover auf den Tisch gekloppt: Finger weg, weil… verboten! Finger nicht weg, weil… manchmal auch die Bundesprüfstelle ein Siegel drauf getan hat. Ach, wäre doch nur alles so einfach. Zack, nicht machen, weil die staatliche Ordnungsinstanz im Zweifel mit dem schwingenden-klingenden Gummiknüppel kommt und auf die bösen Fingerchen haut. Man hat sich unter zu ordnen in diesem Land – und nicht nach Sinn und Verstand zu agieren. Schütze nicht deine eigenen Hände, sondern jene Schützenden des Gewaltmonopolisten. Da tritt natürlich auch das eigentlich Zählende in den Hintergrund, dass durch nicht-erfolgendes Wegschmeißen eines Böllers die Finger dahin sein könnten oder eine – um mal ein Argument der Pyrotechnik-Initiative aufzugreifen – herumrollende Fackel unkontrolliert ist und damit auch Menschen verletzen könnte. Es gehört schon eine Menge treudoofem Stumpfsinn dazu – im Falle der Pyrotechnik-Initiative – gegen eine Sache und Diskussion darum vorzugehen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf und nicht sein darf, was so auch nicht vom Gesetzgeber vorgesehen ist. Darum erlaubt man den cleversten unter den Weltenbummlern zur Jahreswende das Geböllere und verbietet es jenen, die sich um einen sichereren, weil kontrollierteren Umgang bemühen. Denn, wie schon die eiserne Lady zu sagen pflegte, soll es Polizei und Kontrollfreaks nur recht sein: „Ich verschwende keine Zeit auf Argumente.“
Ist das traurig!

Tag der Entscheidung

Drum prüfe, wer sich ewig bindet!

In der Frankfurter Rundschau findet sich heute unter dem Titel „Mahnung zur Einigkeit – Erneut ligaweite Fanproteste gegen das Sicherheitskonzept“ wiedermal ein Beitrag zur Diskussion um das Konzept-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“, der letztlich auch nur nochmal die verschiedenen Positionen zusammenträgt. Fans: dagegen. Vereine: uneins. Politik: mehr als dafür – bitte mehr! Neben der Aufreihung verschiedenster Stadionaktionen und Demonstrationen werden einige O-Töne abgedruckt.

So versteht ein Andreas Rettig, seines Zeichens Anfang November 2012 noch auf dem Fan-Gipfel in Berlin gewesen, nicht, wie man dieses Konzept ablehnen könne und Karl-Heinz Rummenigge mahnt die Vereine zur Solidarität untereinander und zur Einheit der DFL, die nicht an unterschiedlichen Interessen scheitern dürfe. Fredi Bobic aus Stuttgart und Edgar Jarchow aus Hamburg, sowie Bremens Klaus-Dieter Fischer fordern mehr Zeit ein, um das Papier umfangreich mit den Fans und Mitglieder besprechen zu können und Verbesserungen zu erarbeiten.
Besonders zu betonen sei nochmal die Position vom Rummenigge, dessen FC Bayern bekanntlich Verfechter des Papiers ist. In einem Massensport, wie dem Fußball, der bis auf ein paar Ausnahmen in der oberen Tabellenhälfte der 1.Liga, wesentlich von den Vereinsmitgliedern und Zuschauern lebt, spricht sich dieser Herr für die Solidarität der Vereine untereinander aus. Nicht etwa, um die Basis zu schützen, sondern um das Geschäftemachen durch TV-Fokussierung und damit eine noch stärkere Abhängigkeit zu erwirken. Dass dies ordentlich nach hinten losgehen kann, hat die Kirch-Krise aus der Saison 2001/2002 eindrucksvoll gezeigt, in der zwischenzeitlich sogar der Bundeshaushalt als Bürge für die Profiligen im Gespräch war.

Karl-Heinz Rummenigge und andere Kontrolldemagogen wollen viel mehr die Ergebnisse einer durch und durch irrationalen Diskussion um einen vermeintlichen Anstieg der Gewalt gegen all jene durchdrücken, die im Zweifel von Vereinspleiten oder auch „nur“ der so schönen Stimmung immer da sind und nicht einfach mal wegen Spielerwechsel XY verschwinden. Was interessiert sie schließlich der Pöbel? Und all jene Vereine, die darauf Rücksicht nehmen, mögen doch bitte auch mal an das Geschäft eines FCB denken! (mehr…)