Archiv für Januar 2013

What´s the reason for your life

„Volle Pulle – Mein Leben als Fußballprofi und Alkoholiker“

Es ist inzwischen wieder eine ganze Weile her, dass ich bei der Buchlesung mit Uli Borowka gewesen bin. Und ebenso eine ganze Weile ist es nun auch her, dass ich das Buch „Volle Pulle“ ausgelesen habe.


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Noch so ein Transformationsprozess in Ostdeutschland

Inzwischen haben mich schon etliche Leute angesprochen, weshalb ich die ericcantona-Präsenz nicht ausbaue. Gepaart mit dem reichlich nervigen Spam einiger Linker, die in aller Regelmäßigkeit ihren Moralwahn von mir angekratzt sehen, werde ich darum nun die Gunst der Stunde nutzen, und hier mal wieder ein bisschen umräumen. Wie das in letzter Konsequenz aussehen wird, steht noch aus, allerdings werde ich – da es für manche ja viel zu hoch erscheint zwischen Berichten, Kommentaren und Klärungen zu Sachverhalten zu trennen – zunächst mal die von einer Vielzahl geliebten schnippigen Berichte zu Spielen und Turnieren auf ihren fotographischen Gehalt runterbrechen. Tendenziell soll es hier dann auch Richtung Kollektiv gehen, um die Inhalte etwas heterogener gestalten zu können. We will see.

Kühe, Schweine, KBU


Was unter der Hand in manchen Kreisen schon eine Weile getuschelt wurde, sollte sich an diesem Wochenende nun vollziehen. Die Aachen Ultras geben auf. In einem Umfeld von Wegsehen, Leugnen und Tatsachen verdrehen, ziehen sie die Konsequenzen aus monatelangen Anfeindungen und gewalttätigen Übergriffen. Übergriffe, die sich nicht einfach mit rechts-links-Auseinandersetzungen abtun lassen. Übergriffe, die motiviert waren durch die Inakzeptanz von Aktionen und Positionen gegen diverse Formen der Diskriminierung. Positionen, die dem gesunden Menschenverstand entspringen. Übergriffe, die sich ereignen konnten, weil sich ein Verein samt Fanszene gegen die abstrakte Gewalt statt gegen die regressiven Versatzstücke ihrer vereinsmeierischen Gemeinschaft stellt. Und so trägt es sich zu, dass We love Ultras einen Spiegel-Artikel mit einer Reihe überschreibt, die im Kontext der Unique Rebels mit Rostock beginnt und nun mit Aachen – hoffentlich nicht nur vorerst – endet. (mehr…)

Wir haben euch etwas mitgebracht: Wecken, Spätzle, brauchtanich!

Auf seinem Gentrification-Blog widmet sich Andrej Holm dieser Tage der bisweilen doch irgendwie aberwitzigen Schwabenhass-Diskussion und stellt klar, warum es dabei weniger um Schwaben und kulturelle Befindlichkeiten, als vielmehr um reale soziale Verdrängung geht, die sich dann zum Schluss widerum auch in Fragen von Dialekt und Lebensgefühl niederschlagen. Sehr lesenswert! Sehenswert sind auch die beiden Videos von Flake (Rammstein) und Till Birr im Artikel.

Zum Schluss noch ein Artikel zum Thema Pyrotechnik und dessen zweifelhaftem Umgang hier und da. Scheint sich jedenfalls bei Sportveranstaltungen auf den Zuschauerrängen doch nicht um ein Verbrechen zu handeln – zumindest beim Skispringen. Alles so komplex, eh…

Comeback der Regression

Gerd Dembowski von der KoFaS spricht über das Wiedererstarken von rechten Tendenzen in den deutschen Fankurven. Es wird insbesondere das pseudo-unpolitsche Engagement von zum Teil ganzen Fanszenen besprochen, das sich gegen jene Ultras richtet, die sich gegen Diskriminierung stellen. Fraglich ist, ob es den aktuellen Aufschrei überhaupt in dem Maße geben würde, wenn die DFL nicht zur Allgemeinmobilmachung gegen die Kurven geblasen hätte.

Szene putzen

Im Großen und Ganzen fand ich den Auftritt nämlich ärgerlich, und das lag an der Grundaussage, die da lautete: „Der Mensch ist schlecht, und das wird sich auch nie ändern.“ Insbesondere der zweite Teil der Aussage ist ja nichts anderes als eine Absage an jede Form von emanzipatorischem Engagement. Wenn man ernsthaft der Meinung ist, dass Menschen Dreck sind, dann kann man’s halt auch lassen. Es ist irgendwie symptomatisch für die DIY-Punk/HC-Szene, wie ich sie – zugegebenermaßen nicht besonders intensiv, aber kontinuierlich – über die Jahre erlebt habe: man stellt fest, dass die Welt irgendwie nicht besonders freundlich ist, bekommt ein linkes Bauchgefühl, lernt die entsprechenden Codes und Phrasen auswendig, und dann kommt nichts mehr. Keine Analyse, keine Kritik, nur Lamentieren und Sich-wälzen im freundschaftlichen Zusammenhalt der Szene, gelegentliches Besuchen einer Anti-Nazi-Demo (wo man dann gemeinsame Sache mit SPD, CDU und Co. macht) und Herabschauen auf den Menschenmüll, der irgendwie doof ist. Was ja etwas sehr elitäres hat – obwohl man nie elitär sein möchte. (mehr…)