Archiv für März 2013

Angriffe auf Black Rebels Warszawa: »unpolitisch« mal anders

Berichten aus Polen zufolge wurden die anti-faschistischen bzw. anti-‘totalitären‘ Ultras von Erstligist Polonia Warschau gestern von den rechtsradikalen Hooligans der Fanszene aus dem Stadion geprügelt. Weil die ‚Black Rebels‘ Schals mit durchgestrichenen Hakenkreuzen zeigten, griffen die Hools sie an und hangen anschließend ein Transparent mit durchgestrichenem Hammer und Sichel-Symbol und dem Slogan „Nie wieder Kommunismus“ auf (1, 2, 3). (mehr…)

VfL Osnabrück vs. Hansa Rostock

War wohl nichts. Im doppelten Sinne. Nach 2:0-Führung 2:3 verlieren, ganz bitter. Viel härter kam es allerdings für rund 150 Hansafans, die in Hannover über fünf Stunden festgehalten wurden und zum Teil mehrfach ihre Personalien abgeben mussten. Warum eigentlich? Besagte Hansafans fuhren aus verschiedensten Gründen nicht die im Vorfeld beworbene Strecke nach Osnabrück. Vor allem sicherlich, da es für Hansafans aus Berlin bzw. der dazugehörigen Achse über Magdeburg/Braunschweig/Hannover/Bielefeld keinen Sinn macht gen Westen nochmal extra über Hamburg zu tuckeln. So waren diese auch nicht von der Anti-Alk-Generalverfügung betroffen. Der Konsum von selbstgewählten Getränken war also legal oder das zumindest nicht, was die Bundespolizei in ihrer Allmacht für illegal erklärt. (mehr…)

Vom Unsinn »unpolitisch« zu sein

Das Bild der Piraten bestimmen […] Mitglieder, die ihre Jugendphase Ende der neunziger und während der nuller Jahre verbracht haben.
Dass diese Gruppe überhaupt politisch aktiv geworden ist, erscheind im Lichte der jüngeren Ergebnisse der Jugendforschung durchaus überraschend. Immerhin hatten etliche Studien die 15- bis 35-Jährigen als politisch indifferente »pragmatische Generation« ausgemacht. Diese Anname bezog sich allerdings vor allem auf die traditionellen Formen der politischen Partizipation und spiegelt sich in einer entschiedenen Abneigung gegenüber Organisationen (insbesondere Parteien) und einer wachsenden Wahlenthaltung wider. Politisch inaktiv waren diese Jugendlichen genau genommen jedoch nie, ihr Partizipationsverhalten fällt keineswegs geringer aus als das älterer Kohorten. Sie beteiligen sich rege an Unterschriftensammlungen, reichen Petitionen ein, machen bei Demonstrationen mit und treten sogar Verbänden und Vereinigungen bei. Allein: Sie halten all das nicht für Politik. Politik ist schließlich das, was Politiker beruflich machen.
Gleichzeitig arrangiert man sich mit den Erschwernissen im schulischen Bereich, nimmt Engpässe in der Berufsbildung hin oder erträgt klaglos die Experimentierfreude der Hochschulen bei der Umsetzung der Bologna-Reform. Man will sich im Berufsleben durchsetzen und vertraut darauf, dass man sich auch durchsetzen wird. Man ist geduldig, erträgt all die Anforderungen in Sachen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Kontinuierliches politisches Handeln in den klassischen Bahnen ist für diese Menschen jedenfalls keine Option.

Aus: Hensel, Alexander/Klecha, Stephan/Walter, Franz (2012): Meuterei auf der Deutschland. Ziele und Chancen der Piratenpartei. Berlin: suhrkamp.

Tennis Borussia Berlin II – Partizan Minsk

387 Zuschauer fanden sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an der Willy-Wittmann-Sportanlage gegenüber des Mommsenstadions ein. Grund war das erste Spiel des weißrussischen Viertligisten Partizan Minsk. Erwartet wurden sie vom Neuntligisten Tennis Borussia Berlin II auf einem Schneebedeckten Kunstrasenplatz ohne Linien. Unter den Fans eine Menge aus der Berliner Vorstadt, aus Hamburg und sogar von der Insel. (mehr…)

Wer hat die besten Fans, die rufen laut bei jedem Tor?

Serbien? Polen? Argentinien? Nein, Rostock in Halle!