Archiv für September 2013

Zentimeter um Zentimeter

»Kommt doch her, ihr Fotzen«, lautet ihr eindeutiges Angebot. »Traut euch doch mal, ihr scheiß Zecken«, schreit der Nächste. Die »Ultras Braunschweig« (UB) stehen im Gästeblock in Mönchengladbach. Das erste Mal seit gut fünf Jahren hat sich die Ultragruppe damit direkt in die Fankurve gestellt. Zu den anderen Braunschweigfans. In den Stehplatzbereich.

Zuvor waren sie über Monate hinweg von rechten Hooligangruppen bedroht und eingeschüchtert worden, nachdem sie in der letzten Saison die Rückkehr ins Stadion wagten. Bis zum Oktober 2012 waren UB jahrelang aus verschiedenen Gründen während der Spiele des Profiteams nicht im Fußballstadion anzutreffen und unterstützten stattdessen zum Beispiel das Frauen-Handball-Team der Eintracht. In der vergangenen Saison kehrten die Ultras dann ins Stadion zurück. Nicht in den Fanblock, sondern auf die gegenüberliegende Tribüne. Doch bereits bei ihrem ersten Spiel im Oktober 2012 wurde die Gruppe von rechten Hooligans angegriffen und bedroht.
Die Gruppe »Ultras Braunschweig« ging in den folgenden Monaten immer häufiger ins Stadion, aber die Bedrohungen ebbten nicht ab. »Der Verein hat von uns gefordert, uns nicht so zu isolieren«, sagt ein UB-Mitglied. Dieser Aufforderung seien sie nun nachgekommen. Mit einem eindeutigen Ergebnis.

Transparent-Magazin zu den erneuten rechts motivierten Angriffen auf die Ultras Braunschweig

Darmstadt 98 vs. Hansa Rostock

Zur unterirdisch schlechten Leistung muss man wohl keine Worte verlieren. Eine 0:6-Niederlage spricht schließlich Bände. Entsprechend gab es nach dem Spiel Ansagen von den Fans an die Spieler und auch die Zaunsfahnen wurden vorzeitig abgenommen.
Hatte man nun gehofft, dass man bei ein paar Schnäppis einfach nach Hause fahren kann, belehrten einen die hessischen Beamten eines Besseren. Wie bereits vor Anpfiff aus gesicherten Kreisen durchgedrungen war, hatten sich die BFE-Beamten heute einigen RambaZamba vorgenommen. Auf Grund von falsch gehangenen Bannern wollten sie schon während des Kicks in den Gästeblock stürmen, hielten sich dann aber doch noch zurück. Stattdessen drehten sie nach dem Spiel im Wald, der an das Stadion grenzt, frei. Infolge von Rangeleien, deren Grund mir nicht ersichtlich war, versprühten sie gezielt und massenhaft Pfefferspray gegen die Hansafans. (mehr…)