Archiv für Juli 2014

In dubio pro reo?

In den letzten Tagen habe ich noch einige Male über die ‚Causa Thein‘ nachgedacht. Nichtzuletzt veranlassen mich Gespräche mit Freunden und Bekannten, aber durchaus auch der Publikative-Artikel dazu, hier nochmal etwas nachzureichen.

An dieser Stelle will ich ausdrücklich betonen (da manch einer ja geneigt ist, nur zu lesen, was er lesen will), dass ich mit Thein selbst, wie im Weiteren geschrieben, lediglich 2012 über etwa drei bis vier Monate Kontakt und diesen nur über Facebook/Mail hatte und ihm zudem keine relevanten Informationen habe zukommen lassen. Genaueres darf ggf. auch über persönlichen Kontakt gern erfragt werden.

Voran möchte ich allerdings nochmal betonen, dass die Nennung einiger seiner Stationen, wie Fankultur.com, das Institut für Fankultur (IfF) in Würzburg oder die KoFaS, nicht den Eindruck erwecken sollte, dass diesen Stellen – auch heute noch – zu misstrauen ist, sondern bebildern sollte, dass Thein während seiner ‚aktiven Zeit‘ äußerst umtriebig war. Vielmehr sind mir die KoFaS und das IfF als kollegiale, ehrliche und engagierte Fans und Wissenschaftler bekannt, die um die Problematik wissen und mit der Aufarbeitung ihrerseits befasst sind. Zur KoFaS hat Jonas Gabler selbst bereits ein Statement (verifiziert) abgegeben:

Wie Jimbo Jones richtig anmerkt, war Martin Thein (und Jannis Linkelmann) an Treffen in der Vorgründungsphase der KoFaS beteiligt. Beide stiegen jedoch noch vor der offiziellen Gründung aus dem Projekt aus und waren damit nie Teil der Ende August 2012 gegründeten KoFaS-Gruppe. Seitdem bestand keine Zusammenarbeit mehr, folglich waren beide zu keinem Zeitpunkt in die inhaltliche Arbeit in unseren Projekten involviert.

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Wer ist Martin Thein?

Es ist nun drei Jahre her, da Dr. Martin Thein auf die Bühne der Fankulturforschung getreten ist. Mit Jannis Linkelmann hat er dessen Master-Arbeit zu den Ultras Nürnberg, einer Feldstudie auf Basis von Interviews, unter dem Titel „Alles für den Club!“ veröffentlicht und in den folgenden zwei Jahren mit „Ultras im Abseits?“, „Mein erster Stadionbesuch“ und „Fußball – Deine Fans“ nachgelegt. Herausgestochen ist seinerzeit zum einen, dass er selbst kaum Beiträge verfasste, sondern mehr durch Interviews glänzte, die er im Rahmen dieser Bücher geben durfte. Zum Anderen war auffällig, dass er zu einem sehr breiten Spektrum an Teils renomierten und prominenten Personen Kontakte pflegt. Das muss per se nicht verunsichern, ist aber auffällig. (mehr…)