Archiv für Januar 2019

Generationen 25 – Ultras Nürnberg lassen ihre Gruppengeschichte Revue passieren

Yeşil Kırmızı – Ein Film über Amedspor

Es gibt nicht viele Gründe, Amedspor zu kennen. Der Erste ist Deniz Naki. Das ist so ein Typ, der mal in Hamburg seinen Sold verdient hat, für die deutschen Junioren-Nationalmannschaften spielte und als Sohn kurdischer Eltern ab 2015 eben für Amed SK auflief. Schon vorher fiel er auf, weil auf seinem Arm Azadi gestochen steht, was das kurdische Wort für Freiheit ist. Aber die kurdische Kultur samt Sprache ist von den Nationalisten in der Türkei nicht gern gesehen. Sie beschwören die unteilbare Nation und bezeichnen die Kurden als Bergtürken. Weil sich Naki eindeutig positioniert, wurde er nicht nur vom türkischen Fußballverband rekordverdächtig für 12 Spiele gesperrt. Vor einem Jahr, im Januar 2018, gab es außerdem einen Mordversuch auf ihn, als mutmaßlich der türkische Geheimdienst MIT auf sein fahrendes Auto schoss.
Aber auch sportlich kann man Amedspor kennen. Mit der Änderung der Farben vor 5 1/2 Jahren übernahm man nämlich die Tradition des bis dahin erfolgreichsten Vereins, Diyarbakirspor, und lief von nun an in den kurdischen Nationalfarben rot und grün auf. Diyarbakirspor spielte noch 2010 in der 1.Liga der Türkei, geriet dann aber insolvenzbedingt in den freien Fall und wurde inzwischen aufgelöst. Bis dahin hatte man elf Spielzeiten in der 1.Liga verbracht. Aber auch Amedspor selbst konnte schon von sich Reden machen und erreichte als Drittligist 2016 das Viertelfinale des türkischen Pokalwettbewerbs, wo man sich nach einem 3:3 im Hinspiel gegen Fenerbahce im Rückspiel mit 1:3 geschlagen geben musste.

Die Geschichte dieser Saison 2015/2016 und des Fußballalltags um den Amed SK erzählt der Film Yeşil Kırmızı, der gestern Abend im Fanprojekt Berlin gezeigt wurde. (mehr…)