Archiv der Kategorie 'Pyrotechnik'

In dubio pro reo?

In den letzten Tagen habe ich noch einige Male über die ‚Causa Thein‘ nachgedacht. Nichtzuletzt veranlassen mich Gespräche mit Freunden und Bekannten, aber durchaus auch der Publikative-Artikel dazu, hier nochmal etwas nachzureichen.

An dieser Stelle will ich ausdrücklich betonen (da manch einer ja geneigt ist, nur zu lesen, was er lesen will), dass ich mit Thein selbst, wie im Weiteren geschrieben, lediglich 2012 über etwa drei bis vier Monate Kontakt und diesen nur über Facebook/Mail hatte und ihm zudem keine relevanten Informationen habe zukommen lassen. Genaueres darf ggf. auch über persönlichen Kontakt gern erfragt werden.

Voran möchte ich allerdings nochmal betonen, dass die Nennung einiger seiner Stationen, wie Fankultur.com, das Institut für Fankultur (IfF) in Würzburg oder die KoFaS, nicht den Eindruck erwecken sollte, dass diesen Stellen – auch heute noch – zu misstrauen ist, sondern bebildern sollte, dass Thein während seiner ‚aktiven Zeit‘ äußerst umtriebig war. Vielmehr sind mir die KoFaS und das IfF als kollegiale, ehrliche und engagierte Fans und Wissenschaftler bekannt, die um die Problematik wissen und mit der Aufarbeitung ihrerseits befasst sind. Zur KoFaS hat Jonas Gabler selbst bereits ein Statement (verifiziert) abgegeben:

Wie Jimbo Jones richtig anmerkt, war Martin Thein (und Jannis Linkelmann) an Treffen in der Vorgründungsphase der KoFaS beteiligt. Beide stiegen jedoch noch vor der offiziellen Gründung aus dem Projekt aus und waren damit nie Teil der Ende August 2012 gegründeten KoFaS-Gruppe. Seitdem bestand keine Zusammenarbeit mehr, folglich waren beide zu keinem Zeitpunkt in die inhaltliche Arbeit in unseren Projekten involviert.

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Tennis Borussia Berlin II – Partizan Minsk

387 Zuschauer fanden sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an der Willy-Wittmann-Sportanlage gegenüber des Mommsenstadions ein. Grund war das erste Spiel des weißrussischen Viertligisten Partizan Minsk. Erwartet wurden sie vom Neuntligisten Tennis Borussia Berlin II auf einem Schneebedeckten Kunstrasenplatz ohne Linien. Unter den Fans eine Menge aus der Berliner Vorstadt, aus Hamburg und sogar von der Insel. (mehr…)

Wer hat die besten Fans, die rufen laut bei jedem Tor?

Serbien? Polen? Argentinien? Nein, Rostock in Halle!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Wir haben euch etwas mitgebracht: Wecken, Spätzle, brauchtanich!

Auf seinem Gentrification-Blog widmet sich Andrej Holm dieser Tage der bisweilen doch irgendwie aberwitzigen Schwabenhass-Diskussion und stellt klar, warum es dabei weniger um Schwaben und kulturelle Befindlichkeiten, als vielmehr um reale soziale Verdrängung geht, die sich dann zum Schluss widerum auch in Fragen von Dialekt und Lebensgefühl niederschlagen. Sehr lesenswert! Sehenswert sind auch die beiden Videos von Flake (Rammstein) und Till Birr im Artikel.

Zum Schluss noch ein Artikel zum Thema Pyrotechnik und dessen zweifelhaftem Umgang hier und da. Scheint sich jedenfalls bei Sportveranstaltungen auf den Zuschauerrängen doch nicht um ein Verbrechen zu handeln – zumindest beim Skispringen. Alles so komplex, eh…

„Ich verschwende keine Zeit auf Argumente.“


Die Bundespolizei ist anlässlich der Silvester-Feierlichkeiten zu freundlich und informiert in einer eigenen Broschüre nochmals zum Thema Pyrotechnik. Und gekonnt werden die harten Argumente gleich mit dem Cover auf den Tisch gekloppt: Finger weg, weil… verboten! Finger nicht weg, weil… manchmal auch die Bundesprüfstelle ein Siegel drauf getan hat. Ach, wäre doch nur alles so einfach. Zack, nicht machen, weil die staatliche Ordnungsinstanz im Zweifel mit dem schwingenden-klingenden Gummiknüppel kommt und auf die bösen Fingerchen haut. Man hat sich unter zu ordnen in diesem Land – und nicht nach Sinn und Verstand zu agieren. Schütze nicht deine eigenen Hände, sondern jene Schützenden des Gewaltmonopolisten. Da tritt natürlich auch das eigentlich Zählende in den Hintergrund, dass durch nicht-erfolgendes Wegschmeißen eines Böllers die Finger dahin sein könnten oder eine – um mal ein Argument der Pyrotechnik-Initiative aufzugreifen – herumrollende Fackel unkontrolliert ist und damit auch Menschen verletzen könnte. Es gehört schon eine Menge treudoofem Stumpfsinn dazu – im Falle der Pyrotechnik-Initiative – gegen eine Sache und Diskussion darum vorzugehen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf und nicht sein darf, was so auch nicht vom Gesetzgeber vorgesehen ist. Darum erlaubt man den cleversten unter den Weltenbummlern zur Jahreswende das Geböllere und verbietet es jenen, die sich um einen sichereren, weil kontrollierteren Umgang bemühen. Denn, wie schon die eiserne Lady zu sagen pflegte, soll es Polizei und Kontrollfreaks nur recht sein: „Ich verschwende keine Zeit auf Argumente.“
Ist das traurig!

Tag der Entscheidung

Drum prüfe, wer sich ewig bindet!

In der Frankfurter Rundschau findet sich heute unter dem Titel „Mahnung zur Einigkeit – Erneut ligaweite Fanproteste gegen das Sicherheitskonzept“ wiedermal ein Beitrag zur Diskussion um das Konzept-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“, der letztlich auch nur nochmal die verschiedenen Positionen zusammenträgt. Fans: dagegen. Vereine: uneins. Politik: mehr als dafür – bitte mehr! Neben der Aufreihung verschiedenster Stadionaktionen und Demonstrationen werden einige O-Töne abgedruckt.

So versteht ein Andreas Rettig, seines Zeichens Anfang November 2012 noch auf dem Fan-Gipfel in Berlin gewesen, nicht, wie man dieses Konzept ablehnen könne und Karl-Heinz Rummenigge mahnt die Vereine zur Solidarität untereinander und zur Einheit der DFL, die nicht an unterschiedlichen Interessen scheitern dürfe. Fredi Bobic aus Stuttgart und Edgar Jarchow aus Hamburg, sowie Bremens Klaus-Dieter Fischer fordern mehr Zeit ein, um das Papier umfangreich mit den Fans und Mitglieder besprechen zu können und Verbesserungen zu erarbeiten.
Besonders zu betonen sei nochmal die Position vom Rummenigge, dessen FC Bayern bekanntlich Verfechter des Papiers ist. In einem Massensport, wie dem Fußball, der bis auf ein paar Ausnahmen in der oberen Tabellenhälfte der 1.Liga, wesentlich von den Vereinsmitgliedern und Zuschauern lebt, spricht sich dieser Herr für die Solidarität der Vereine untereinander aus. Nicht etwa, um die Basis zu schützen, sondern um das Geschäftemachen durch TV-Fokussierung und damit eine noch stärkere Abhängigkeit zu erwirken. Dass dies ordentlich nach hinten losgehen kann, hat die Kirch-Krise aus der Saison 2001/2002 eindrucksvoll gezeigt, in der zwischenzeitlich sogar der Bundeshaushalt als Bürge für die Profiligen im Gespräch war.

Karl-Heinz Rummenigge und andere Kontrolldemagogen wollen viel mehr die Ergebnisse einer durch und durch irrationalen Diskussion um einen vermeintlichen Anstieg der Gewalt gegen all jene durchdrücken, die im Zweifel von Vereinspleiten oder auch „nur“ der so schönen Stimmung immer da sind und nicht einfach mal wegen Spielerwechsel XY verschwinden. Was interessiert sie schließlich der Pöbel? Und all jene Vereine, die darauf Rücksicht nehmen, mögen doch bitte auch mal an das Geschäft eines FCB denken! (mehr…)

11Freunde gegen den modernen Fußball


Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell nochmal passiert, aber nach der nicht zu verachtenden September-Ausgabe der 11Freunde legt die Redaktion diesmal noch eine Schippe oben drauf und widmet dem 20.Jahrestag des modernen Fußballs eine ganze Ausgabe. Festgemacht am Start von ran und der Einführung der Champions League durch die UEFA und der Premier League in England wird die Grundsteinlegung heutiger Verhältnisse erzählt und historisch eingebettet. Durch das neue Vermarktungskonzept lösten sich die Vereine und Verbände als übergeordneter Institution von der Bedeutung der Stadionzuschauer und wandten sich mehr und mehr der TV-orientierten Erfolgsstrategie zu, die durch Krisen, wie der des Leo Kirch durchaus auch auf dünnem Eis gebaut sein kann. Ein weiterer sehr empfehlenswerter Artikel befasst sich mit der Eskalation im Verhältnis Fans< =>Verbände. Dass der einstige Fanzine-Macher Köster mit seinem Heft doch nochmal die Kurve bekommt, hätte ich nicht gedacht. Hoffentlich nicht zu früh gefreut…!

Roter Stern Nordost vs. THC Franziskaner FC

Am heutigen Abend trafen der Rote Stern aus Berlin-Weißensee und der THC Franziskaner im Stadion Buschallee aufeinander. Da die Vöglein vorher von Reibereien zwischen Vereinsoffiziellen und Ultras zwitscherten, gönnte ich mir daher mal das Freizeitliga-Spiel und wurde allerdings überwiegend enttäuscht. Das Heimteam verlor nach Führung 1:2 und die an die 40 Heimsupporter ließen mehr die Schnapspullen kreisen, als dass sie ihre Mannschaft unterstützten. Immerhin für lau. (mehr…)