Archiv der Kategorie 'Sachsen'

Wer ist Martin Thein?

Es ist nun drei Jahre her, da Dr. Martin Thein auf die Bühne der Fankulturforschung getreten ist. Mit Jannis Linkelmann hat er dessen Master-Arbeit zu den Ultras Nürnberg, einer Feldstudie auf Basis von Interviews, unter dem Titel „Alles für den Club!“ veröffentlicht und in den folgenden zwei Jahren mit „Ultras im Abseits?“, „Mein erster Stadionbesuch“ und „Fußball – Deine Fans“ nachgelegt. Herausgestochen ist seinerzeit zum einen, dass er selbst kaum Beiträge verfasste, sondern mehr durch Interviews glänzte, die er im Rahmen dieser Bücher geben durfte. Zum Anderen war auffällig, dass er zu einem sehr breiten Spektrum an Teils renomierten und prominenten Personen Kontakte pflegt. Das muss per se nicht verunsichern, ist aber auffällig. (mehr…)

Ewige Tabelle der Nachwende-Oberliga 2012/2013

Wie schon in der Vorsaison habe ich mir – vordergründig aus eigenem Statistik-Interesse – die Mühe gemacht und Frank Willmanns Ewige Nachwende-Oberliga-Tabelle weitergerechnet. Überaschungen oder Neueinsteiger gab es diesmal nicht. Durch die Regionalliga Nordost kommt doch schon einiges an Ordnung in die Sache, wobei die Aufstiegsrelegation in den Profibereich, wie schon in den 1990er Jahren sicherlich eine besonders große Hürde darstellen wird, um unter die besseren Ost-Teams aufzurücken. Im vorderen Feld tauschen die Erzgebirgler und Chemnitz die Plätze, im hinteren Bereich die Brause und Meuselwitz. Union Berlin holt den zweiten Nachwende-Titel und darf gemeinsam mit Dresden anstoßen, da sie nunmehr die 200 Punkte geknackt haben. Zu den lokalen Rivalitäten passend, platzieren sich auch diesmal Jena und Erfurt, sowie Magdeburg und Halle direkt nebeneinander. Das Prinzip war wieder einmal, dass die Ostteams von Platz 1 bis 14 über die Ligen hinweg gelistet werden und abfallend 14 bis 1 Punkt(e) erhalten. Meistertitel sind mit Sternchen gekennzeichnet.1 An allen 22 Spielzeiten teilnehmend waren Hansa Rostock, Union Berlin, der Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena und Erfurt. (mehr…)

Chemnitzer FC vs. Hansa Rostock


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Hertha BSC vs. Dynamo Dresden

Also dann ging es ins Olympiastadion. Wenige Minuten vor Anpfiff den Sektor M erreicht und gerade richtig zur Blockfahne der Dynamos. Beide Szenen können sich für diesen Abend durchaus auf die Schulter klopfen. Durchweg war die Stimmung und Bewegung auf gutem Niveau. Mit Ausnahme der ersten 30 Minuten in Durchgang Zwei muss allerdings der Lautstärkepunkt an die Hauptstädter gegeben werden, was angesichts von geschätzt 15000 Dresdner Fans doch ein wenig schade ist, aber so war es nunmal. Auf dem Rasen, wenn ich mal hingesehen habe, war zumeist die alte Dame stärker und kann zurecht den Dreier verbuchen. Nach Abpfiff gab es dann immerhin noch eins zwei Breslauer im Gästeblock. Gerüchteweise hatten einige Sachsen vor dem Kick ein paar Einlasskontrollen überrannt, aber genaues weiß man nicht. 45700 und ein paar Zerquetschte verfolgten den oder beteiligten sich am Spaß. Und Schluss. (mehr…)

Als Hansa fast Vizemeister wurde, …

…schlug man sich in Dresden die Köpfe ein. Ganz so war es dann nicht. Anfang September 2002 hatte der F.C. Hansa, gemeinsam mit dem VfL Bochum, bisher alle drei Saisonspiele in der ersten Bundesliga gewonnen und rangierte damals hinter den Wessis auf Tabellenplatz 2. Während man sich an der Ostseeküste also noch über den gerade erledigten 4:0-Sieg in Cottbus freute, stieg in Regionalliga Nord das Stadtderby zwischen Dynamo und dem Dresdner SC. Jenes Jahr war es auch, in dem der DSC die zwischenzeitliche Krone der Landeshauptstadt Sachsens wieder an die Fahrradlichter abgeben musste und der bis heute anhaltende Fall in die Bedeutungslosigkeit anfing. (mehr…)

Dem Osten seine Pokalfighter

Wenn der DFB-Pokal in einer Woche in die nächste Spielzeit startet, werden immerhin auch wieder zehn Teams aus den neueren Bundesländern an den Start gehen. Betrachtet man sich das strukturell benachteiligende Umfeld der Ostteams, das sich insgesamt natürlich stärker auf den Liga-Betrieb auswirkt, so konnten in den vergangenen 21 Jahren trotzdem schon einige Achtungserfolge erzielt werden. Energie Cottbus und Union Berlin konnten mit ihren Finalteilnahmen 1997 bzw. 2001 die größten Triumphe erringen. Die Spielzeit 2000/2001 war auch für den 1.FC Magdeburg die bisher Erfolgreichste, in der man als Oberligist unter anderem die großen Bayern rauskegeln konnte, im Viertelfinale dann allerdings knapp gegen den späteren Pokalsieger Schalke 04 raus flog. Mit dem Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena, Hansa Rostock und Dynamo Dresden brachten es immerhin noch vier Vereine bis zum Halbfinale. In Anbetracht des Namens ist wohl die Viertelfinalteilnahme von Lok Stendal die bisher größte Überraschung. Als einziger Ost-Verein hat Hansa Rostock bisher an allen DFB-Pokal-Saisons seit der Wende teilgenommen. Seht selbst… (mehr…)

Carpe Noctem-Magazin aus Leipzig

Die Ultras sind, das kann man drehen und wenden, wie man will, eine Patchwork-Kultur. Ausgehend von ihrem originär fankulturellen Erscheinen, hat sich um die eigentliche Sache des organisierten Fußballsupports eine ganze Reihe anderer subkultureller Formen an und in ihr versammelt, was nicht zuletzt einer der ausschlaggebenden Punkte dafür ist, dass die Kultur der Ultras dermaßen blüht und die – vor allem – Jugendbewegung dieser Zeit ist.
Einen nicht geringen Teil der Mentalität nimmt so inzwischen die Sparte Streetart und Graffiti ein, in der sich kaum noch eine Szene allein hässliche Tags, schlecht gelayoutete Sticker oder dergleichen mehr geben will, sondern auf Qualität und auch die Codes dieser anderen Szene geachtet wird. Zu einem der Hotspots der Fußballstraßenkünstler zählt ganz sicher die Fanszene um den Verein Chemie Leipzig, aus der heraus nun das Magazin Carpe Noctem erscheinen wird und damit an gleichnamige Zaunfahne anknüpft, die den Nachtaktiven Ehre erweisen soll. Und einen Trailer, wie sollte es auch anders sein, gibt es schon jetzt zu bestaunen. Wir sind gespannt! (mehr…)

Ewige Tabelle der Nachwende-Oberliga 2011/2012

Das ganz besonders Schöne an dem Buch „Zonenfussball“ von Frank Willmann sind die zum Teil originellen Statistiken zum Ostfußball. Darunter findet sich auch eine Ewige Tabelle der Oberliga, wie sie nach der Wende zu stande gekommen wäre. Das Prinzip ist simpel. Wie in Zeiten der DDR-Oberliga sind 14 Plätze zu vergeben, die absteigend 14 bis 1 Punkte erhalten. Da bekanntlich nicht mehr 14 Ostteams auf einem Haufen gegeneinander spielen, geht die Listung quer durch die Tabellen und genau das habe ich nun für diese Saison fortgeführt.
In der Führungsgruppe hat sich nur unwesentlich etwas verändert. Aue und Jena tauschen nunmehr die Positionen, die roten Bullen aus Leipzig arbeiten sich langsam voran und mit dem VfB Germania Halberstadt gibt es auch einen Neueinsteiger. Meistertitel sind mit Sternchen gekennzeichnet. (mehr…)

Ultra-Graffiti im Streetlights-Magazin


Das kostenlose Graffiti-Magazin Streetlights hat im Sommer ein Special zu Ultra-Graffiti herausgebracht. Zu lesen gibt es ein ausführliches Interview mit Leuten der Fringe Group Berlin, Infamous Youth Bremen und Diablos Leipzig-Leutzsch. Wirklich lesenswert ist, was die Fringe Group so erzählt, geben sie im Gegensatz zu den anderen wenigstens auch einen Einblick in Ultra-Graffiti über ihre Fanszene hinaus. Zusätzlich gibt es Bilder der jeweiligen Vereine und Städte. Wer was zum Lachen haben will, klickt mal hier. Außerdem wurde ein Überblick zum Graffitibox-Jam gegeben. Alles in allem ein cooles kleines Heft.

Das nenn ich mal eine Antwort


Gelungene Antwort von Frankfurt auf die neue Blockfahne von Dynamo. :D