Cantona - Superstar! http://ericcantona.blogsport.de Rowdytum & Trunkenheit Thu, 24 Jan 2019 12:46:14 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Generationen 25 – Ultras Nürnberg lassen ihre Gruppengeschichte Revue passieren http://ericcantona.blogsport.de/2019/01/18/generationen-25-ultras-nuernberg-lassen-ihre-gruppengeschichte-revue-passieren/ http://ericcantona.blogsport.de/2019/01/18/generationen-25-ultras-nuernberg-lassen-ihre-gruppengeschichte-revue-passieren/#comments Fri, 18 Jan 2019 08:59:59 +0000 Jimbo Jones Ultras http://ericcantona.blogsport.de/2019/01/18/generationen-25-ultras-nuernberg-lassen-ihre-gruppengeschichte-revue-passieren/

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Yeşil Kırmızı – Ein Film über Amedspor http://ericcantona.blogsport.de/2019/01/17/yesil-kirmizi-ein-film-ueber-amedspor/ http://ericcantona.blogsport.de/2019/01/17/yesil-kirmizi-ein-film-ueber-amedspor/#comments Thu, 17 Jan 2019 12:12:22 +0000 Jimbo Jones Veranstaltungen Rassismus http://ericcantona.blogsport.de/2019/01/17/yesil-kirmizi-ein-film-ueber-amedspor/ Es gibt nicht viele Gründe, Amedspor zu kennen. Der Erste ist Deniz Naki. Das ist so ein Typ, der mal in Hamburg seinen Sold verdient hat, für die deutschen Junioren-Nationalmannschaften spielte und als Sohn kurdischer Eltern ab 2015 eben für Amed SK auflief. Schon vorher fiel er auf, weil auf seinem Arm Azadi gestochen steht, was das kurdische Wort für Freiheit ist. Aber die kurdische Kultur samt Sprache ist von den Nationalisten in der Türkei nicht gern gesehen. Sie beschwören die unteilbare Nation und bezeichnen die Kurden als Bergtürken. Weil sich Naki eindeutig positioniert, wurde er nicht nur vom türkischen Fußballverband rekordverdächtig für 12 Spiele gesperrt. Vor einem Jahr, im Januar 2018, gab es außerdem einen Mordversuch auf ihn, als mutmaßlich der türkische Geheimdienst MIT auf sein fahrendes Auto schoss.
Aber auch sportlich kann man Amedspor kennen. Mit der Änderung der Farben vor 5 1/2 Jahren übernahm man nämlich die Tradition des bis dahin erfolgreichsten Vereins, Diyarbakirspor, und lief von nun an in den kurdischen Nationalfarben rot und grün auf. Diyarbakirspor spielte noch 2010 in der 1.Liga der Türkei, geriet dann aber insolvenzbedingt in den freien Fall und wurde inzwischen aufgelöst. Bis dahin hatte man elf Spielzeiten in der 1.Liga verbracht. Aber auch Amedspor selbst konnte schon von sich Reden machen und erreichte als Drittligist 2016 das Viertelfinale des türkischen Pokalwettbewerbs, wo man sich nach einem 3:3 im Hinspiel gegen Fenerbahce im Rückspiel mit 1:3 geschlagen geben musste.

Die Geschichte dieser Saison 2015/2016 und des Fußballalltags um den Amed SK erzählt der Film Yeşil Kırmızı, der gestern Abend im Fanprojekt Berlin gezeigt wurde. Aber es ist nicht nur die Geschichte eines kurdischen Vereins im türkischen Fußball. Es ist ein Film über den Zustand der Türkei am Vorabend des „Putsches“ vom Sommer 2016, als die Erdogan-Administration den Friedensprozess mit den kurdischen Organisationen für beendet erklärte. In diesem Film wird von ultra-nationalistischen Gesängen, Pöbeleien, Attacken und Bedrohungslagen berichtet, die nicht nur von unzivilisierten Fanatikern kommen. Mit im Boot sitzen Behörden, der türkische Fußballverband und Vereinsfunktionäre, die in Amedspor die Nationalmannschaft eines feindlichen Landes und keinen Verein im regulären Fußballbetrieb sehen. Gegen all den Hass und all die Schikanen leistet Amedspor Widerstand, versucht erhobenen Hauptes immer wieder auf den Platz zu gehen und sportlich zu beweisen, dass sie gute Gründe haben, dort zu sein.

Es gibt zwei Gründe Amedspor zu kennen. Dieser Film ist der Dritte. Wer sich bei diesem Streifen Bilder von Ausschreitungen und Polizeiübergriffen, kurz: Riotporn, erhofft, wird hier zu kurz kommen, aber das macht den Film nicht weniger sehenswert. Ganz im Gegenteil, er lebt von seiner nüchternen Darstellung des dennoch schockierenden Alltags. Was noch mehr schockiert, ist, dass all das aufgenommen wurde, bevor sich Erdogan den erputschten Freibrief zum Durchregieren erteilt hat und bevor der Krieg der Türkei gegen die Kurdengebiete erst wieder richtig aufgenommen wurde. Damit ist Yeşil Kırmızı auch ein Zeitzeugnis, das nun mit einer Delegation der Direniş auf Tour geht und Spenden einsammelt.
Ausgehend von einem Kollektiv Nürnberger, Bremer und Hamburger Fußballfans wird der Film mit Freddy Pitschak und einer Delegation der Fangruppe Direniş durch die Bundesrepublik reisen und zum Diskutieren einladen. Damit soll jedoch nicht nur auf die prekäre Situation des Vereins aufmerksam gemacht werden – nach Diyarbakirspor liegen kriegsbedingt auch bei Amedspor die Finanzen im Argen –, sondern auch gesammelt werden. Mit Shirts, Beuteln oder mancher stabilen Spende soll Geld zusammengebracht werden, um die Frauenfußball-Abteilung des Klubs zu unterstützen, die in Ostanatolien eine Vorreiterrolle inne hat.
Das ist eine gute Sache und darum sei der Filmbesuch sehr sehr sehr empfohlen!

Wenn es in eurer Stadt noch keine Vorführung gibt, nehmt doch mal Kontakt mit de Bündnis auf und stellt was eigenes auf die Beine! Es lohnt sich.

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Ewige Tabelle der Nachwende-Oberliga 2017/2018 http://ericcantona.blogsport.de/2018/05/13/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20172018/ http://ericcantona.blogsport.de/2018/05/13/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20172018/#comments Sun, 13 May 2018 18:05:59 +0000 Jimbo Jones Allgemein http://ericcantona.blogsport.de/2018/05/13/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20172018/ Zwei Jahre nach der letzten Rechnung habe ich mich nun mal wieder rangesetzt und die letzten beiden Spielzeiten eingerechnet. Warum das Ganze? Wer sich fragt, wer jenseits tagesaktueller Positionen die erfolgreichsten Teams aus dem Osten sind, der kommt um den Blick auf die Langzeitperspektive nicht drumrum. Grund genug, die Idee einer Nachwende-Oberliga von Frank Willmann weiter zu pflegen. (Wer dazu mehr wissen will, dem sei das Buch „Zonenfußball“ empfohlen!)

Nun also ist heute die neueste Tabelle komplett geworden und so hat sich auch ein bissschen was in der fiktiven Oberliga getan. Manche haben sich hochschieben können. Manche sind dichter aneinander gerückt. Der Schmutz aus Leipzig konnte einige Punkte und zwei weitere Ost-Meisterschaften verbuchen. Ansonsten erwähnenswert, dass sich der 1.FC Magdeburg gegenüber der letzten Rechnung gleich zwei Plätze verbessern konnte. Als erster und bisher einziger Verein hat der F.C. Hansa die 300er-Marke geknackt. Neben den Rostockern sind es der 1.FC Union und die Clubs aus Karl-Marx-Stadt sowie Erfurt, die sich bisher in jedem Jahr seit der fußballerischen Wiedervereinigung in der Nachwende-Oberliga platzieren konnten. Ob die Letzteren beiden auch im nächsten Jahr noch diesen Ehrentitel tragen dürfen, steht angesichts des Abstiegs in die Regionalliga Nordost in den Sternen. Sie müssten sich dafür mindestens unter den Top-Vier der 4.Liga platzieren. Wenn Energie Cottbus die Relegation verpatzt, wird sogar eine Top-Fünf-Platzierung ausreichen.
Kommen wir zum Regeltum: Gemäß der Zahl an Mannschaften in der echten DDR-Oberliga waren 14 Plätze zu vergeben. Alle ostdeutschen Clubs wurden über die Ligen hinweg erfasst. Angefangen bei Platz 1, der 14 Punkte bekam, fiel die Liste dann zu Platz 14 ab, der nur noch 1 Punkt bekam. In Addition der früheren Jahre ist herausgekommen: die ewige Nachwende-Oberliga 2017/2018 und damit eine Aussage zu den langfristig erfolgreichsten Ostklubs. Bitte. Danke. Alles für die Statistik!

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Peter Czoch: Ultras in Deutschland http://ericcantona.blogsport.de/2016/09/15/peter-czoch-ultras-in-deutschland/ http://ericcantona.blogsport.de/2016/09/15/peter-czoch-ultras-in-deutschland/#comments Thu, 15 Sep 2016 11:00:28 +0000 Jimbo Jones Literatur Ultras http://ericcantona.blogsport.de/2016/09/15/peter-czoch-ultras-in-deutschland/ Mitte 2016 sind zwei neue Bücher über Ultras erschienen, die sehr ähnliche Anliegen haben: Eine Sicht auf und in die Ultrakultur aus unter anderem wissenschaftlichen Positionen heraus zu vermitteln. Das Buch ‚Ultras – Eine Fankultur im Spannungsfeld unterschiedlicher Subkulturen‘ von Gabriel Duttler und Boris Haigis ist in erster Linie ein wissenschaftliches Buch. Das wird schon durch den transcript-Verlag deutlich, der auf wisssenschaftliche Literatur spezialisiert ist.

Kurze Zeit danach kam dann auch ‚Ultras in Deutschland‘ heraus.1 Es versucht verschiedene Zugänge zu den Ultras zu ermöglichen. So gibt es eine Reihe wissenschaftlicher Artikel, etwa zur Geschichte der Ultras in Italien (Marcus Sommerey) und Deutschland (Peter Czoch), zu Männlichkeitsbildern (von Simon Volpers) und dem Verhältnis der Ultras zu den immer stärker kundenorientierten Vereinen (von Steven Adam), aber auch zur Kritik an der Datei Gewalttäter Sport (von Sandra Müller) oder den Berichten der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze der Polizei NRW (von Jonas Gabler). Wer es kultureller mag, den dürften die Artikel zum Vergleich der Ultras mit der Graffiti-Kultur (von Philip Degenhardt) oder auch zur jugendlichen Identitätssuche (von Melanie Fiedler) interessieren.

Nun sind aber wissenschaftliche Artikel nicht für jeden und jede etwas. Das liegt auf der Hand, sind sie doch nicht selten trocken, verschachtelt und überhaupt nicht spannend genug. Auch diese Leute gehen allerdings bei ‚Ultras in Deutschland‘ nicht leer aus, was sicher eine Stärke des Buches ist. Neben Fanzine-Texten der Coloniacs haben Ultras auch selbst an diesem Buch mitgeschrieben und es so auch nochmal mit subjektiven Ansichten bereichert. Nichtzuletzt seien die ausführlichen Interviews erwähnt, die deutlich aus dem herausfallen, was Kenner aus Fanzines über die Szene bereits mitbekommen haben. Hier kommen Einzelpersonen zu Wort und erzählen nicht nur von der Ultra-Kultur, sondern auch aus ihrem Leben und ihren persönlichen Ansichten. Jenseits der schönen Maskerade, die manche Gruppe und Fanszene aufbaut, darf man an dieser Stelle also mal hinter die Fassade gucken. Und auch wenn sich über die eine oder andere Auswahl der Personen streiten lässt, zeigen diese Interviews doch sehr schön auf, wie unterschiedlich die Ultras sind, dass sie eben nicht nur die Choreo-Profis und Gesangsdirigenten sind, sondern sich – wenn auch nicht immer offiziell – mit politischen Themen beschäftigen und sich in manchen Aspekten kaum vom Rest der Gesellschaft unterscheiden. Insbesondere die rund 50 Seiten lange Diskussion zwischen den Exil-Ultras, die in Berlin leben, lohnt sich. Wie auch die anderen Interviews ist dieses Gespräch in voller Länge abgedruckt und gibt einen schönen Einblick in eine bisher relativ wenig beachtete Teilgruppe der Ultras.

Dem Konzept vieler Bücher aus dem Hirnkost-Verlag, der aus dem Archiv der Jugendkulturen entstanden ist, folgend, kommen also die „Alltagsexperten“ zu Wort, wie es in der Einleitung heißt. Wer den Blick auf die Ultra-Kultur auch mal ohne Fanzine werfen will, bekommt mit diesem Buch einen interessanten Eindruck.

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Ewige Tabelle der Nachwende-Oberliga 2015/2016 http://ericcantona.blogsport.de/2016/05/23/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20152016/ http://ericcantona.blogsport.de/2016/05/23/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20152016/#comments Mon, 23 May 2016 19:29:19 +0000 Jimbo Jones Allgemein http://ericcantona.blogsport.de/2016/05/23/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20152016/ Und da ist auch schon die nächste Nachwende-Liste. Nun ist nämlich auch endlich die Regionalliga Nordost zu ihrem Saisonende gekommen und damit haben sich auch endlich die letzten drei Teams platziert, denn Zwickau stand ja schon etwas länger als beste Ost-Mannschaft der 4.Liga fest.

Wie immer wurden die besten 14 Teams aus den Neuen Bundesländern (ohne Westberlin) gelistet und absteigend 14 bis 1 Punkt(e) vergeben. Verändert haben sich oben eigentlich nur die Punktestände und damit auch die Durchschnittspunkte. Unter den zweiten Fünf tauschen Erfurt und Jena die Plätze, weil die Zeisser diesmal und damit erstmals nicht unter den besten 14 Ossis sind. So bleiben in der Liste der Clubs, die immer dabei waren nur noch Hansa, Union, Chemnitz und die Erfurter. In dieser Saison gibt es auch wieder einen Neueinsteiger: Die Überaschungself aus Neugersdorf sicherte sich den 14.Platz.
Weil es nach der letzten Listung Beschwerden gab, wurde entschieden, die Werbekampagne aus der Messestadt numerisch weiter zu listen, um die Erfassung nicht nachträglich zu verzerren. Wir sparen uns an dieser Stelle aber die Nennung des Unternehmens.

Letztlich ist zu sagen, dass nach einem Vierteljahrhundert gesamtdeutschem Fußball die ewige Nachwende-Oberliga weitestgehend verfestigt ist und sich gerade in den höheren Regionen nicht allzu viel tut, wenngleich sich Saison für Saison natürlich einiges verschoben hat. Hansa wird dennoch eine ganze Weile auf Platz 1 bleiben und in der Spielzeit 2016/2017 als erstes Team die 300 Punkte-Marke knacken.

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Ewige Tabelle der Nachwende-Oberliga 2014/2015 http://ericcantona.blogsport.de/2016/04/19/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20142015/ http://ericcantona.blogsport.de/2016/04/19/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20142015/#comments Tue, 19 Apr 2016 09:11:17 +0000 Jimbo Jones Allgemein http://ericcantona.blogsport.de/2016/04/19/ewige-tabelle-der-nachwende-oberliga-20142015/ Es war so lange so ruhig hier und auch der heutige Post wird nur die Statistik-Freunde bedienen. Wie schon vor drei Jahren habe ich mal die Nachwende-Oberliga der – diesmal – letzten zwei Spielzeiten zusammengetragen. Herausgekommen ist auch in diesem Fall die Langzeitperspektive auf die Frage, wer die beste Mannschaft aus Ostdeutschland seit der fußballerischen Wiedervereinigung ist.

Das Prinzip war wieder einmal, dass die Ostteams von Platz 1 bis 14 über die Ligen hinweg gelistet werden und abfallend 14 bis 1 Punkt(e) erhalten. An allen 24 Spielzeiten teilnehmend waren Hansa Rostock, Union Berlin, der Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena und Erfurt. Unter den ersten Zehn hat sich an den Platzierungen nichts geändert. Punktetechnisch hat der jeweils 9.Platz von Hansa Rostock den Vorsprung schmelzen lassen, aber Verfolger Cottbus bekleckerte sich auch nicht wirklich mit Ruhm. Aue und Chemnitz haben in den zurückliegenden Spielzeiten nun auch endlich die 200 Punkte-Marke geknackt. Erfurt schafft es auch diesmal nicht, die Rivalen aus Jena zu überholen und auch Halle hängt weiter hinter Magdeburg fest. RB Leipzig macht weiter einiges an Boden gut und konnte auch den ersten Ost-Titel feiern; um keine religiösen Gefühle zu verletzen, sind die Brause-Boys in kursiv mit Vorsicht zu „genießen“. Und auch einen Neueinsteiger gibt es: mit dem Regionalliga-Meistertitel platziert sich die TSG Neustrelitz.

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Komm schon, für diese eine Nacht! http://ericcantona.blogsport.de/2014/11/07/komm-schon-fuer-diese-eine-nacht/ http://ericcantona.blogsport.de/2014/11/07/komm-schon-fuer-diese-eine-nacht/#comments Fri, 07 Nov 2014 11:39:44 +0000 Jimbo Jones Allgemein http://ericcantona.blogsport.de/2014/11/07/komm-schon-fuer-diese-eine-nacht/

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George Tabori – Gefährten zur linken Hand http://ericcantona.blogsport.de/2014/08/24/george-tabori-gefaehrten-zur-linken-hand/ http://ericcantona.blogsport.de/2014/08/24/george-tabori-gefaehrten-zur-linken-hand/#comments Sun, 24 Aug 2014 21:31:09 +0000 Jimbo Jones Allgemein Literatur http://ericcantona.blogsport.de/2014/08/24/george-tabori-gefaehrten-zur-linken-hand/

»Ich werde tun, was ich kann«, unterbrach Farkas ihn und griff nach seinem Glas. »Auch wenn es herzlich wenig sein wird. Aber bitte verlangen Sie kein Interesse von mir. Natürlich hat Ihr unglücklicher Bruder meine Sympathie, aber erwarten Sie keine Sympathie für ihre politischen Ansichten. Politik ist wie…«
»Keine Aphorismen, bitte.« Giacobbe di Boccas Stimme knarrte wie eine sich öffnende Tür. »Ich weiß, daß Sie sich nicht für Politik interessieren, worunter Sie eine Reihe von aufgeblasenen Staatsbeamten verstehen, die sich brüsten, bereichern oder ermüdende Dekrete erlassen, deren Nichtbeachtung Sie sich leisten können. Sie sind überall der distinguierte Fremde: eine angenehme Rolle, die Sie erhaben macht über die Einheimischen; die anderen Menschen sind für Sie nun mal Einheimische, habe ich recht?
Meine Politik ist anders. Sie befaßt sich mit dem Brot des Fischers, den Geschlechtskrankheiten der Tagelöhner, mit kranken Kinderlungen, der steigenden Krebsrate bei Alten. Mit der Tiefe, auf deren Oberfläche Sie und das Paradiso nur herumtanzen. Ich sagte bereits, daß ich einiges von Ihnen gelesen habe und entnehme dem, daß Sie das Leben in erster Linie als Episode betrachten und die Geschichte als zufällige Aneinanderreihung fragwürdiger Anekdoten. Zwei Herren streiten sich um eine Frau. Das finden Sie wesentlich und zeitlos und legen damit nahe, daß diese Dinge vielleicht die einzigen konstanten Elemente in der Geschichte der Menschheit sind. Sehen Sie doch ein, daß ihre Ansichten hoffnungslos veraltet sind.«
»Das weiß ich, aber ich beabsichtige nicht, vorzupreschen«, antwortete Farkas.
»Aber genau das will ich von Ihnen«, sagte Giacobbe. »Heute abend noch.« Er trank mehr Wein. »In San Fernando kann es jeden Moment losgehen. Natürlich nur in kleinem Maßstab, aber Sie sind hier ein prominenter Beobachter, und das könnte uns Beachtung verleihen. Ich werde traurig, wenn ich an Ihre perfekt aneinandergereihten Sätze denke, wie Perlen. Nein, wachen Sie auf. Sie müssen erwachsen werden, Signor Farkas.«

Die fröhlichen Burschen von Ravenna. Seite 104f. Steidl-Verlag.

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In dubio pro reo? http://ericcantona.blogsport.de/2014/07/17/in-dubio-pro-reo-2/ http://ericcantona.blogsport.de/2014/07/17/in-dubio-pro-reo-2/#comments Thu, 17 Jul 2014 14:50:52 +0000 Jimbo Jones Allgemein Ultras Pyrotechnik http://ericcantona.blogsport.de/2014/07/17/in-dubio-pro-reo-2/ In den letzten Tagen habe ich noch einige Male über die ‚Causa Thein‘ nachgedacht. Nichtzuletzt veranlassen mich Gespräche mit Freunden und Bekannten, aber durchaus auch der Publikative-Artikel dazu, hier nochmal etwas nachzureichen.

An dieser Stelle will ich ausdrücklich betonen (da manch einer ja geneigt ist, nur zu lesen, was er lesen will), dass ich mit Thein selbst, wie im Weiteren geschrieben, lediglich 2012 über etwa drei bis vier Monate Kontakt und diesen nur über Facebook/Mail hatte und ihm zudem keine relevanten Informationen habe zukommen lassen. Genaueres darf ggf. auch über persönlichen Kontakt gern erfragt werden.

Voran möchte ich allerdings nochmal betonen, dass die Nennung einiger seiner Stationen, wie Fankultur.com, das Institut für Fankultur (IfF) in Würzburg oder die KoFaS, nicht den Eindruck erwecken sollte, dass diesen Stellen – auch heute noch – zu misstrauen ist, sondern bebildern sollte, dass Thein während seiner ‚aktiven Zeit‘ äußerst umtriebig war. Vielmehr sind mir die KoFaS und das IfF als kollegiale, ehrliche und engagierte Fans und Wissenschaftler bekannt, die um die Problematik wissen und mit der Aufarbeitung ihrerseits befasst sind. Zur KoFaS hat Jonas Gabler selbst bereits ein Statement (verifiziert) abgegeben:

Wie Jimbo Jones richtig anmerkt, war Martin Thein (und Jannis Linkelmann) an Treffen in der Vorgründungsphase der KoFaS beteiligt. Beide stiegen jedoch noch vor der offiziellen Gründung aus dem Projekt aus und waren damit nie Teil der Ende August 2012 gegründeten KoFaS-Gruppe. Seitdem bestand keine Zusammenarbeit mehr, folglich waren beide zu keinem Zeitpunkt in die inhaltliche Arbeit in unseren Projekten involviert.

Kommen wir nun wieder zu Thein und – weil ich das für nötig halte – auch zu meinen persönlichen Erfahrungen mit ihm. Kennengelernt habe ich Thein in erster Linie über Facebook, gelegentlich hatten wir auch Mail-Kontakt. Der bis dahin in Fan-Kreisen weitestgehend Unbekannte war seinerzeit auffällig interessiert an Informationen zu Fanszenen und möglichen Kontakten zu diesen. Nun war es insbesondere 2012 nicht ungewöhnlich, dass unbekannte Personen im Bereich der Fankulturforschung aufgetaucht sind, haben doch die Pyrotechnik-Diskussion und neue Projekte einige neue Gesichter hervorgebracht. Besonders hervorgestochen ist jedoch nur Thein, der, wie Publikative auch schon schrieb, auffällig rege Publikationen realisierte. Im Rahmen einer solchen bin auch ich mit ihm in Kontakt gekommen. Über eine ganze Weile schrieb er mich so auch regelmäßig, teils täglich, an.

Gegenstand unserer Gespräche war nicht nur ein, meiner Meinung nach, obflächliches Erkundigen nach meinem Befinden seinerseits, sondern auch – und nun wird es interessant – was ich von dieser und jener Fan- und Ultraszene und einigen Entwicklungen halte und was ich denke, wohin die Reise denn ginge. Dabei fragte er insbesondere danach, was ich von der Ultraszene beim 1.FC Köln halte und ob ich ihm Informationen zu den Strukturen in den Fanszenen bei den Geißböcken, aber auch bei meinem eigenen Verein, dem F.C. Hansa, geben könnte. Dies war schon seinerzeit auffällig und wunderte mich, wo er sich doch als ein an Fankultur Interessierter ausgab, der obendrein in Köln lebt(e) und insofern doch mehr oder minder Zugang zur dortigen Fanszene hätte bekommen können. Insofern, ich habe ja nun auch einiges über Ermittlungsbehörden im Fußball- und Politikkontext gelesen und gehört und weil bestimmte Informationen einfach nicht niedergeschrieben gehören, verblieb ich dabei, ihm oberflächliches Wissen, das er allein schon über das Internet hatte erfahren können, preiszugeben. Dass die Wilde Horde oder die Suptras an ihren jeweiligen Standorten die ultra-technischen ‚Hauptgruppen‘ sind, dürften ja selbst die hintersten Bild-Leser mitbekommen haben. Wieso ich jedenfalls einem mir weitestgehend Fremden Informationen, zumal vertrauliche, offenbaren sollte, leuchtete mir nicht ein. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Und auch in einem anderen Zusammenhang fiel er mir auf. Bei Gesprächen über andere Fan-Blogger und Fankulturforscher, die er kannte, fragte er mich etwa, was ich vom Anarcho-Tattoo eines Bekannten hielte. Irgendwann gerieten wir aneinander. Ich hatte ihm Unverständnis ob seiner, meiner Meinung nach, unkritischen Äußerungen entgegnet. Er wiederum schien genervt, dass ich dies einforderte und verwies auf ‚prominente Bekannte‘, die er damit nicht verprellen könne.

Martin Thein erschien zunächst als ein sehr engagierter und motivierter Kollege. Im Laufe der Zeit aber erweckte er zunehmend mehr den Eindruck, dass es ihm weniger als anderen um die Sache der Fankultur ginge. Vielmehr galt er mir und anderen bald als eine Art aalglatter Karrierist, der Informationen anderer abgreifen und zum eigenen Vorteil nutzen wollte. Dass er sich irgendwann von mit abgewendet hat, deutete ich anno dazumal als Geste, dass ich eben für diese Masche nicht zu haben und insofern für ihn uninteressant sei.

Nun allerdings, mit dem Wissen um seine – zumindest vormals gesicherte – Verfassungsschutztätigkeit, verändert sich selbstredend dieses Bild und die verschiedenen Puzzle-Teile ergeben eine andere Spur. In rechtsstaatlich verfassten Gesellschaften gilt bekanntlich die juristische Formel ‚in dubio pro reo‘, ‚Im Zweifel für den Angeklagten‘. Aber auch der Rechtsstaat kennt Ausnahmen von der Regel. Solche Ausnahmen stellen zum Beispiel Verfahren gegen kriminelle und terroristische Vereinigungen, also durchaus Verfahren politischer Justiz, dar. Hier gilt, dass, wo die Indizien ausreichen, eine Täterschaft, weil naheliegend, quasi erwiesen ist – oder eine Mitwisserschaft und insofern ein Beitrag zur Tat zu unterstellen ist. Die Ermittlungsbehörden und obendrein die Geheimdienste sind genau genommen die Kehrseite dieser politischen Justiz. Sie tragen Indizien zusammen und beobachten ganz grundsätzlich und unter ‚Beugung‘ des juristisch Erlaubten. Wenn also für die als Feinde ausgemachten Angeklagten rechtsstaatliche Prinzipien nur noch bedingt gelten sollen, wieso sollen sie dann für ihre Kehrseite, die Ermittlungsbehörden, in Gänze zur Anwendung kommen?

Die Puzzle-Teile, die nunmehr auf dem Tisch liegen, sind folgende: Bekanntlich gab es 2012 umfangreiche Ermittlungen gegen Teile der Kölner Fan- und Ultra-Szene. Gleichzeitig tobt im Land die Diskussion um die Ultras und ihr Stilmittel, die Pyrotechnik, das sie nicht ohne weiteres aufgeben wollen. Im Rahmen dessen erlebt auch die Fankulturforschung eine gewisse Blüte. Es entstehen neue Initiativen und Projekte. Aus einer Reihe neuer Gesichter sticht Thein heraus, ist anfänglich an einigen dieser Projekte beteiligt, beginnt ein breites Netzwerk aufzubauen und rege zu publizieren. Personen aus Fanszenen oder jenen, die Fanszenen nahe stehen und Einblicke haben, erscheint Thein als äußerst wissbegierig und insofern schon zu dieser Zeit mit unter auffällig. Irgendwann reißt der Kontakt bei etlichen Personen zu Thein ab.

Damals nahm ich an, dass er mit seinem Karrierismus teils an den bereits existierenden und resistenten Netzwerken gescheitert wäre und sich deswegen anderen Gruppen oder Themen zugewand habe. Zumindest war von ihm alsbald nichts mehr zu hören. Jetzt jedoch, mit dem Wissen um seine BfV-Tätigkeit, stellt es sich für mich so dar, dass – ich unterstelle hier nun die weitere Tätigkeit, weil in diesem Fall ‚in dubio pro reo‘ zum Schutz der Fanszene keine Anwendung zu finden hat – Thein für das Verfassungsschutz-Bundesamt unter Wahrung seiner Wissenschaftler-Rolle ermittelt hat und nach ausbleibenden Erfolgen (oder weil sich die Ultras dann nun doch nicht als in diesem Maße ’staatsgefährdend‘ erwiesen haben) abgezogen wurde und insofern vorerst von der Bildfläche verschwunden ist.

Sicherlich, diese Kette ist nur eine von Indizien. Solange jedoch ein Statement von Martin Thein weiterhin ausbleibt, werde nicht nur ich von seiner weiteren Tätigkeit beim Bundesamt für Verfassungsschutz ausgehen und sein Engagement als eines der Ermittlungsbehörden einordnen.

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Wer ist Martin Thein? http://ericcantona.blogsport.de/2014/07/03/wer-ist-martin-thein/ http://ericcantona.blogsport.de/2014/07/03/wer-ist-martin-thein/#comments Thu, 03 Jul 2014 11:54:07 +0000 Jimbo Jones Allgemein Ultras Sachsen http://ericcantona.blogsport.de/2014/07/03/wer-ist-martin-thein/ Es ist nun drei Jahre her, da Dr. Martin Thein auf die Bühne der Fankulturforschung getreten ist. Mit Jannis Linkelmann hat er dessen Master-Arbeit zu den Ultras Nürnberg, einer Feldstudie auf Basis von Interviews, unter dem Titel „Alles für den Club!“ veröffentlicht und in den folgenden zwei Jahren mit „Ultras im Abseits?“, „Mein erster Stadionbesuch“ und „Fußball – Deine Fans“ nachgelegt. Herausgestochen ist seinerzeit zum einen, dass er selbst kaum Beiträge verfasste, sondern mehr durch Interviews glänzte, die er im Rahmen dieser Bücher geben durfte. Zum Anderen war auffällig, dass er zu einem sehr breiten Spektrum an Teils renomierten und prominenten Personen Kontakte pflegt. Das muss per se nicht verunsichern, ist aber auffällig.

Über sein Vor- und anderes Leben war bis dahin nur bedingt bekannt. Als Politik- und Psychologiestudent promovierte er mit einer qualitativen Studie – also Interviews – über Neonazis in Deutschland unter dem Titel „Wettlauf mit dem Zeitgeist – Der Neonazismus im Wandel“. An der TU Dresden, wo er diese Doktor-Arbeit schrieb, ist bekanntlich auch Extremismus-Theoretiker Uwe Backes ansässig. Die Extremismus-Theorie, das wissen wir, ist nichtzuletzt inhaltlich-ideologische Arbeitsgrundlage des Verfassungsschutzes, seien doch sämtliche Extremisten einfach extrem und damit gleichermaßen gefährlich – egal welche Inhalte sie damit verfolgen mögen. Uwe Backes seines Zeichens, es erübrigt sich beinahe die Erwähnung, ist denn auch Berater des Verfassungsschutzes.

Kommen wir zurück zu Martin Thein, der sich da in seinen Veröffentlichungen mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiter-Stelle am Institut für Sportwissenschaft in Würzburg rühmte und Mitbegründer sowohl der inzwischen viel beachteten Plattform „fankultur.com“ als auch des Instituts für Fankultur an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg war. In diesem Zusammenhang durfte er auch dem Blickfang Ultra in Ausgabe 24 ein Interview geben. Darüber hinaus zeichnet er sich ebenso als einer der Mitbegründer der „Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (KoFaS)“ aus Hannover verantwortlich, in der nunmehr unter anderem Gerd Dembowski, Gunter A. Pilz und Jonas Gabler arbeiten.

Das Jahr 2012 war auch jene Situation, in der nicht nur die öffentliche Sicherheitsdiskussion um Pyrotechnik und Gewalt geführt wurde, sondern in der auch bekannt wurde, dass die Polizei offenbar mit V-Leuten in den Fußballfanszenen operiere. Die Fußballfans, insbesondere die politisierten Ultras, werden also von den Behörden der Innenpolitik durchaus als Sicherheitsrisiko angesehen und entsprechend behandelt. Zu diesen Behörden der inneren Sicherheit gehören allerdings nicht nur die Polizeien und Kriminalämter, sondern auch die Landesämter und das Bundesamt für Verfassungsschutz. Würde man nun – mit einigen wenigen Ausnahmen in Leipzig, Cottbus, Aachen oder Chemnitz – unterstellen können, dass die unpolitische Welt des Fußballs für die Schlapphüte uninteressant sei, muss die Personalie Martin Thein dies grundsätzlich infrage stellen.
Denn wie nunmehr durch ein Buch über den NSU bekannt wurde, hat Thein für das Bundesamt für Verfassungsschutz als V-Mann-Führer gearbeitet. Offenbar war er also nicht nur Extremismus- oder Neonazismus-Forscher, sondern durchaus auch auf andere Art und Weise forschend tätig: Nämlich um für eine Behörde der inneren Sicherheit Informationen zu Gefährdern der öffentlichen und staatlichen Ordnung einzusammeln.

Auch wenn dies längst kein Beweis ist, dass Thein auch gegen die Ultras und andere Fußballfans derlei Tätigkeiten nachgegangen ist, macht es dennoch stutzig und sollte nicht ohne weiteres unkommentiert bleiben, weil damit für bestimmte Personen und Zusammenhänge Probleme und staatlicherseits hergestellte Gefahrenlagen verbunden sind. Wer ist Martin Thein? Was war seine Motivation vom Neonazismus- zum Fankultur-Forscher zu wechseln? Unterhält er weiterhin Kontakte zu organisierten Neofaschisten und dem Bundesamt für Verfassungsschutz?

Edit: Von Katharina König (MdL Thüringen) kommen noch zwei weitere Fragen. Ist Fankultur.com möglicherweise vom Verfassungsschutz finanziert? Greift das Bundesamt für Verfassungsschutz darüber möglicherweise Informationen über Ultras und andere Fußballfans ab?

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